Reisetagebuch

Jede Reise beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt.

 

Unsere beginnt am 23.04.2012 in Weinstadt. Von dort machen wir uns per Flugzeug auf den Weg nach Moskau, um die Stadt zu erkunden.

 

Jetzt beginnt das Abenteuer: Mit der Transsibirischen Eisenbahn treten wir den langen Weg nach Jekaterinburg an, um dort endlich Land, Kultur und natürlich unsere Austauschpartner kennenzulernen.

 

Los gehts!

 

Tag 1: Anreise

Montag, 23.04.12: Von Weinstadt bis Moskau

 

Die Nacht war frueh zu Ende, denn bereits um 05.15 ging die Reise los. Mit Zwischenstop in Berlin errreichten wir schliesslich Moskau.

Nach vielem Schlangestehen vor der Passkontrolle durften wir endlich einreisen und wurden von Alla und Tatjana herzlich empfangen.

Zu unserer grossen Ueberraschung war es in Moskau echt war - von wegen Pelzmuetze. 

Diese Stadt ist einfach unvorstellbar gross und mittlerweile auch schon beruehmt fuer seine vielen Staus, deshalb benoetigte die Fahrt ins Hotel etwas Zeit.

Nach dem Abendessen - einem schwedischen Buffet - so nennt man hier ein Selbstbedienungsrestaurant, durften wir Moskau by Night live erleben!

Der Rote Platz mit seinen grossartigen Kuppelkirchen und der Kremelmauer und dem wunderbar beleuchteten Kaufhaus Gum erwarteten uns.

Die Stimmung war praechig und wir genossen die ersten Eindruecke bei sommerlichen Temperaturen.

Als wir dann alle wieder im Hotel waren, fielen wir muede und kaputt vom anstrengenden Tag in die Betten. 

 

Spakojnaj notschi i sladkich snow

(gute Nacht und suesse Traeume)

 

von Marina

 

 

Tag 2: Moskau, Moskau ...

Nach unserer ersten Nacht in Russland stand die Stadtrundfahrt durch Moskau auf dem Programm.

Unser Weg fuehrte uns wieder auf den Roten Platz, diesmal bei Tag. Danach betraten wir das Zentrum der Macht: Den Kremel, der direkt daneben liegt.

Im Kremel gelten strenge Regeln, so darf man nur dort laufen, wo es einen Zebrastreifen gibt und nicht alles einfach fotografieren, was einem vor die Linse springt.

Ueberraschenderweise gibt es im Kremel viele Kirchen, von denen wir auch eine besichtigten.

Im Anschluss daran ging es zum Bahnhof, von wo wir auch spaeter unsere Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn fortsetzen wollten.

Gluecklicherweise blieb noch so viel Zeit, dass wir die weltberuehmten Moskauer Metrostationen besichtigen konnten. 

Diese Welt liegt tief unter der Erde, sodass man erstmal mit einer sehr schnellen und steilen Rolltreppe bis unter Moskaus Strassen abtauchen muss. Dort geht es ziemlich hektisch zu, aber die Kronleuchter und die prunkvolle Ausstattung lassen diesen Besuch dennoch zu einem Ereignis werden.

Nun war es auch schon an der Zeit, denn jetzt startet unsere Fahrt quer durch Russland. 

 

von Lea

Tag 3: Mit und in der Transsibirischen Eisenbahn

Mittwoch 25.04.12: Mit der Transib von Moskau bis Jekaterinenburg

 

Nach einer langen Nacht sollten wir auch diesen Tag in der Transib verbringen. Ich hatte Geburtstag und deshalb stand bereits morgens die ganze AG vor der Tuer unseres Abteils, um zu gratulieren.

Als kleines russisches Geschenk gabs landestypisch einen pinken Matruschka Anhaenger!

In der Transib vertrieben wir uns die 26 Stunden, indem wir die anderen in ihren 4er Kabinen besuchen, unsere Vorraete verputzten oder uns heisses Wasser bei unserer Zugbegleiterin fuer einen Tee oder eine 5min Terrine holten.

Es hoert sich vielleicht komisch an, aber die Zeit verging wie im Fluge. 

Insgesamt hielt der Zug sehr wenig an, eine laenger Pause von 23min zum Beine vertreten gab es sage und schreibe nur 2x. Ansonsten sahen wir viel Landschaft mit Birken, Birken und ja genau Birken ab und zu einen See.

Schliesslich kamen wir am ersehnten Bahnhof in Jekaterinenburg an! Alle waren aufgeregt und hektisch, aber jeder fand seine Partnerin oder Partner und ging in sein neues Zuhause.

Endlich da - nach 3 Tagen Anreise!

 

von Anni

 

In Jekaterinburg:

Donnerstag, 26.04.12: Erster Schultag in Russland

 

Heute eroberten wir zum ersten Mal das Schulhaus. Tatjana und verschiedene Schueler zeigten uns das riesige Schulhaus. Wir staunten, denn vieles ist anders als bei uns. 

Zum Beispiel gibt es zwei Schulmuseen, eines zum Thema Geschichte und das andere ist voller Steine aus dem Ural.

Anschliessend gab es extra fuer uns einen grossen Empfang in der Aula: Mit Brot, Salz und Gesang betraten wir den Raum. 

Auf der Buehne praesentierten unsere russischen Gastgeber Gesang, Taenze und Herr Martianov begruesste uns herzlich.

Nun durften wir einen kleinen Blick auf den russischen Schulalltag werfen und nahmen in verschiedenen Unterrichsstunden teil. Ihr werdet es kaum glauben: Handys und Kaugummis sind erlaubt und staendig in Gebrauch.

Ausserdem haben wir uns Gedanken zu unserem Projekt Wege gemacht, indem wir unsere ersten gemeinsamen Schritte auf Papier gestalteten. 

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt!

 

von Katja

Alle Wege fuehren nach ...

Freitag, den 27.04.2012: Schartasch See

 

Heute waren wir wandern, leider war es morgens noch sehr neblig sodass wir den grossen Schartasch See nur erahnen konnten.

Unser Weg fuehrte uns quer durch die Stadt. An den unglaublichen Verkehr muessen wir uns noch gewoehnen. Ausserdem hat ein Zebrastreifen hier wenig Bedeutung. Tatjana stoppte den Verkehr mit einer roten Fahne, sodass wir unbeschadet an den See inmitten  eines riessigen Parks kamen.

Leider gibt es hier noch viele streunende Hunde - wie traurig!

Bei unserer Rueckkehr liefen wir einem bekannten Gesicht ueber den Weg. Auch Herr Schultheiss hat seinen Kurztrip nach Jekaterinenburg gut gemeistert und empfing uns. 

Im Grossen und Ganzen war es ein entspannter Tag, da jeder den Nachmittag mit seinem russischen Freund verbringen konnte. Fussball, Shopping und Kino ... 

Abends machten sich einige auf den Weg ins russische Theater, um das Ballett Giselle zu sehen. 

Das Wetter hat sich allgemein etwas abgekuehlt, in den Wohnungen ist es dennoch sehr sehr heiss.

Viele Gruesse aus der Ferne.

 

von Tim

Samstag, den 28.04.2012

In Russland steht auch samstags Schule auf dem Stundenplan, dennoch war es ein ereignisreicher Tag.

Heute Morgen haben wir uns auf den Weg in ein Kinderheim gemacht, um den Kindern mit unserem Besuch eine Freude zu machen.

In dem Kinderheim leben Kinder bis zu vier Jahren. Wir sind dort freundlich empfangen worden und haben zunaechst einmal unser Lied: Auf der schwaebschen Eisenbahn zum Besten gegeben. Die Kinder waren begeistert und haben geklatscht und gelacht.

Nach einem kleinen Taenzchen ueberreichten wir ihnen verschiedene Spielsachen und probierten sie natuerlich gleich gemeinsam aus.

Nachmittags ging es fuer uns alle in das Stadtzentrum von Jekaterinenburg. Bei der Stadtralley hatten wir die Aufgabe verschiedene Orte, die mit Deutschland in Beziehung stehen, anhand eines Fotos zu finden und uns dort dann selber zu fotografieren.

Die Ralley war nicht besonders schwer, da die Orte nicht besonders weit weg waren.

Anschliessend befestigten wir unser mitgebrachtes Freundschaftsschloss am Brueckengelaender der Iset. Jeder durfte das Schloss vorher noch einmal in die Hand nehmen, bevor es endgueltig befestigt wurde. Um unsere Schulfreundschaft zu besiegeln haben die Lehrer und Herr Schultheiss die Schluessel in hohem Bogen in der Iset versenkt. 

 

von Christian W. 

Wochenende!

Heute war fuer uns schulfrei, das hiess fuer die meisten: Ausschlafen!

Mittags war ich dann in einem Filmstudio. Dort gibt es Dinge zur Sinnestaeuschung, wie zum Beispiel ein Spiegellabyrint und viele andere coole Sachen.

Danach gab es wie so oft etwas zu essen. Heute waren es eine Art Maultaschen, aber mit Kartoffeln gefuellt.

Nachmittags trafen wir uns mit einigen anderen in der Innenstadt, um im Mediamarkt Spiele zu spielen. Ihr werdet es nicht glauben, hier haben die Geschaefte jeden Tag geoffnet, manchmal sogar 24 Stunden.

Beim Pizza Mia assen wir anschliessend eine Wurstpizza und deckten uns im Kaufhaus mit Souvenieren ein.

Viele Gruesse aus Russland

 

von Jan

Den freien Montag verbrachte jeder bei seinem Austauschpartner. Hier ein kunterbunter Ueberblick ueber die vielen Aktivitaeten, von denen die Schueler danach erzaehlten:

 

Einige spielten den lieben langen Tag Fussball, andere besuchten den Zoo, der ueberraschenderweise deutlich kleiner als die Wilhelma ist. Andere ueberblickten Jekaterinenburg von oben und merkten erst mal, wie gross diese Millionenstadt eigentlich ist. Manche fuhren aufs Land in eine Datscha und konnten sogar eine russische Banja besuchen. Auch sonst war viel los: Basketballspiel, Besuch von Verwandten, Schaschlikgrillen, Shopping usw...

Ihr seht, wir haben keine Zeit fuer Langeweile.

 

zusammengefasst von Frau Schiller & Bollacher-Weiser

Dienstag, den 01. 05. 2012: Die wilde 13

Heute haben wir an der Maidemonstration teilgenommen, dazu wurden wir alle mit gruenen Tuechern und Luftballons geschmueckt. 

Vor dem Rathaus und dem Lenindenkmal waren bereits viele Menschen, die fuer unterschiedliche Dinge demonstrierten. Wir engagierten uns fuer den Umweltschutz.

In dem Gedraenge konnte man sich schnell aus den Augen verlieren, was natuerlich prompt passiert ist. 

Dann kam es zu unserer bereits im Voraus vorbereiteten Aktion: Tage zuvor hatten wir einen russischen Text geuebt, der zu mehr Umweltschutz fuer unseren Planeten aufrief. In der Strassenbahn Linie 13 sprachen wir diesen Text im Chor und sangen ein deutsches uns russisches Lied. Sicherlich eine unterhaltsame Sache fuer manche Fahrgaeste. 

Den Nachmittag hatte jeder zur freien Verfuegung - schliesslich war ja Feiertag. Ich versuchte mein Glueck beim Schachspielen mit Alexej ... 

 

von Erik

Mittwoch, den 02.05.12: Erholung pur - ab ins Erholungsheim

Heute mussten wir alle frueh aufstehen, da wir einen straffen Tagesplan vor uns hatten. Um acht fuhren wir eine gute Stunde bis zur Stadt Newiansk. Dort besichtigten wir einen schiefen Turm und bekamen eine Fuehrung. Augenscheinlich konnten wir die Schieflage gar nicht erkennen, doch spaetestens unter der Turmspitze spuerten wir es ganz deutlich: Er neigt sich sage und schreibe 2m, was den einen oder anderen torkligen Gang hervorrief.

Danach ging es sofort weiter zu einer Toepferei. Dort durften wir zuerst kleine suesse Schweinchen formen, bei denen einige aber eher wie Jumbo der Elefant aussahen. 

Danach konnten wir einem richtigen Toepfer bei der Arbeit zusehen. Unsere eigenen Versuche dagegen scheiterten meist klaeglich. ... 

Nachdem jeder sein mehr oder weniger kuenstlerisches Talent praesentierte fuhren wir ueber sehr abenteuerliche und holprige Wege weiter zu einem Blinihaus (Pfannkuchenhaus). Etwas eilig genossen wir unsere Pfannkuchen, bis wir wieder zurueck in den Bus mussten.

Langsam kamen wir uns wie Japaner auf Europareise vor. 

Denn jetzt erreichten wir endlich das Erholungsheim. Nach dem Mittagessen konnten wir uns eine ganze Stunde im Schwimmbad vergnuegen. Natuerlich haetten wir es dort auch laenger ausgehalten.

Abends war Programm noch nicht zu Ende. Wir machten teamfoerdernde Spiele, bei denen wir alle viel Spass hatten. Wer wollte konnte danach noch in die Disco auf dem Gelaende.

 

von Kim

Donnerstag, den 03.05.12: Zwischen Asien und Europa

Vom unseren Erholungslager ging es in einer zweistuendigen Busfahrt zur Eurasischen Grenze. Dort kann man mit einem Fuss in Asien und dem anderen in Europa stehen. Irgendwie faszinierend.

Hier gab es natuerlich ein ausgiebiges Fotoshooting ...

Nachmittags standen wieder bei jedem von uns unterschiedliche Programmpunkte an.

Es hat Spass gemacht. Viele Gruesse aus Asien

 

von Maren 

Freitag, den 04.05.12: Vorbereitung auf den Abschied

Heute besuchten wir zunaechst den Unterricht, ich selber war im in Englisch. Fuer das zweite Lernjahr konnten die Schueler schon sehr viel, sodass ich ziemlich beeindruckt war. 

Danach uebten wir gemeinsam die russischen und deutschen Lieder fuer die Abschlussfeier. Wir Maedchen feilten noch kraeftig an unserem moves like Jagger Tanz. Morgen geben wir dann alles!

Erschoepft ging es in die Mensa, wo wir uns mit Gulasch und Kartoffelbrei staerkten.

Nachmittags war ich zusammen mit meiner russischen Partnerin Lera in der Stadt, dabei trafen wir ihren Freund Kosta. Er wurde heute 15 Jahre alt und Lera zog ihm nicht gerade zaertlich 15mal an den Ohren. Mir wurde erklaert, dass dies eine Tradition in Russland ist.

Anschliessend durfte ich sogar noch reiten gehen. Das Pferd verstand meine deutschen Reitbefehle und so machte es viel Spass. Mittlerweile habe ich mich richtig an Russland gewoehnt - mal schaun, wie ausserirdisch ich Deutschland am Montagabend finden werde.

 

von Katharina

Samstag, den 05.05.2012: Ein guter Schluss ziert alles

Nun ist es also soweit: Zeit Abschied zu nehmen. In der Schule begann der Tag mit unserem Abschiedsfest. Ein buntes Programm aus Reden, Tanz und Gesang erinnerte an die zurückliegenden Tage.

Trotz einiger angeschlagener Stimmen liefen unsere Programmpunkte wirklich gut. Bald gibt es das Zuggeräusch pschka pschka also wieder in echt zu hören.

Die Eltern unserer russischen Partner hatten noch für ein leckeres Mittagessen gesorgt, bevor wir dann alle T-Shirts unterschrieben und uns auf den Weg nach Hause zum Packen machten.

Der Morgen der Abreise begann damit, die letzten Sachen in den Koffer zu stopfen. Mal sehen, wer Übergepäck mit nach Deutschland bringt ...

Nun waren die letzten Stunden in der Umgebung, in der man fast 2 Wochen gelebt hatte, angebrochen. Das letzte Frühstück mit der Gastfamilie usw.

Irgendwie tut es jetzt schon langsam weh, Abschied zu nehmen.

Am Bahnhof angekommen habe ich erst richtig realisiert, dass es nun wieder zurück geht und ich die Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind erstmal lange nicht mehr sehen werde. Es war eine tolle Zeit.

Der Abschied war sehr tränenreich ...

Dann setzte sich die Transsibirische Eisenbahn wieder in Bewegung, ein paar leifen noch die letzten Meter hinterher, doch dann lag der Bahnhof von Jekaterinenburg auch schon weit hinter uns.

Wieder 26 Stunden Weg vor uns: Manche schliefen oder aßen und natürlich flossen noch ein paar Tränen.

 

von Sarah Se.

Ein langer Weg zurück und Deutschland hat uns wieder ...

Nach einem gemeinsamen Frühstück in der Transsibirischen Eisenbahn beginnt der letzte Tag des Schüleraustausches. Da wir "schon" um 9.20 Uhr am Moskauer Bahnhof ankamen, blieb nicht mal Zeit richtig auszuschlafen.

In Moskau wurden wir von unserer Stradtführerin Vera und strahlendem Sonnenschein in Empfang genommen.

Die Stunden bis zum Abflug verbrachten wir mit einer kleinen Stadtführung: Wir besichtigten ein Koser, das Zarendorf und einen schönen Platz etwas auserhalb der Stadt.

Dann ging es auf zum Flughafen, wo wir OHNE Übergepäck den Weg nach Berlin antraten.

Nach sehr kurzem Aufenthalt in Berlin war es dann endlich soweit und wir bestiegen den Flieger Richtung Stuttgart.

Dort warteten unsere Familien auf uns und alle freuten sich riesig.

Nun sind zwei wunderbare Wochen in Russland vorbei und wir freuen uns schon alle, wenn unsere russischen Freunde nächstes Jahr nach Deutschland kommen.

 

von Sarah Sp. & Leonie